24.07.10 13:08 Alter: 43 Tage
Querungshilfe kommt vor die Leonhardskirche
Utting - Nach vierjährigem Vorlauf rückt jetzt eine Querungshilfe auf der Staatsstraße im Uttinger Oberdorf in greifbare Nähe. Das Überqueren der viel befahrenen Staatsstraße könnte zukünftig an der Einmündung der Entrachinger in die Dießener Straße durch eine Mittelinsel erleichtert werden. Mit 12:5 Stimmen hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für den Bau eines solchen Fahrbahnteilers ausgesprochen.
Bereits 2006 hatte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Demmel beauftragt, verkehrsberuhigende Maßnahmen an der Staatsstraße zu untersuchen. Hingegen sah das Staatliche Bauamt Weilheim als Straßenbaulastträger keinen Handlungsbedarf bzw. keine Möglichkeit Querungshilfen nach den einschlägigen Straßenbauvorschriften zu bauen. Dennoch behielt die Gemeinde das Areal an der Leonhardskirche weiterhin im Auge, um eventuell einen Fahrbahnteiler anzulegen. Nach langwierigen Verhandlungen hielt das Bauamt Weilheim schließlich an der Entrachinger Straße eine Querungshilfe prinzipiell für machbar, so die Ausführungen in der Gemeinderatssitzung. Allerdings wurde von vornherein klargestellt, dass sich der Staat nicht an den Kosten der Insel beteiligt.
Genau hier hakte beispielsweise Horst Schnappinger (CSU) ein: „Was uns nicht gefällt, ist der Preis und wir fragen uns auch nach dem Nutzen. Wer geht denn über eine solche Sache drüber?“ Laut Schätzung würde ein solcher Überweg rund 117 000 Euro kosten. Außerdem müssten noch 235 Quadratmeter Grund erworben werden. Ähnlich äußerte sich Alexander Noll (CSU). Er bezweifelte, ob Fußgänger, die vom Tal des Lebens/Gartenweg kommen, tatsächlich einen kleinen Umweg bis zur Querungshilfe machen. Karl Sauter (CSU) erachtete eine Fortführung des Weges vom Tal des Lebens durch die Unterführung zum Sportgebiet an der Auray Straße für sinnvoller.
Schon öfter versucht
Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sah diese Möglichkeit nicht: „Da haben schon Generationen von Bürgermeistern versucht, den Grund zu bekommen.“ Michael Weber (FWG) widersprach den Zweiflern: „Wir müssen auch mal zehn oder 20 Jahre vorausdenken, die einzige bauliche Entwicklung wird nach Westen stattfinden.“ Außerdem gebe es derzeit nur deshalb so wenig Fußgänger unterwegs, weil es so gefährlich sei, die Straße zu überqueren. Peter Noll (GAL) erwartete sich von der Querungshilfe auch eine verkehrsberuhigende Wirkung und verwies auf das Beispiel Schondorf.
Mit 12:5 Stimmen (die CSU-Gemeinderäte waren dagegen) stimmte das Plenum der Planung von Reinhard Demmel zu und beauftragte den Bürgermeister mit Grundstücksverhandlungen.
Grunderwerb notwendig
Ein Grunderwerb ist deshalb nötig, weil vorgesehen ist, die Fahrbahn etwas nach Nordosten zu verlagern. Die Entrachinger Straße soll künftig im rechten Winkel auf die Dießener Straße treffen, sodass Autos nicht mehr „durchschießen“ können, wie Demmel sagte. Im Einmündungsbereich sollen zwei Bäume gepflanzt werden. Die Mittelinsel in der Dießener Straße ist mit einer Breite von 2,25 Meter geplant.
Quelle: LT 24.7.2010, Gerald Modlinger
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