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28.03.15 08:30 Alter: 4 Jahre

Bankgebäude bald in Gemeindehand?

Gemeinderat stellt 1,45 Millionen Euro für Kauf bereit. Geldhaus will in Utting umziehen - Von Stephanie Millonig

Die Gemeinde Utting will das Gebäude der VR-Bank in der Bahnhofstraße kaufen. Öffentlich wurde dies in der Haushaltssitzung am Donnerstagabend. Angedacht ist, dort die Verwaltung unterzubringen, die 900000 Euro für einen möglichen Umbau sind im Finanzplan aber erst für 2018 eingestellt. Die VR-Bank plane, wieder an die Schondorfer Straße in Utting zu ziehen, erläuterte der Leiter Marketing und Kommunikation, Manfred Doll. Dort befinden sich die Gebäude der ehemaligen Raiffeisenbank im Besitz der VR-Bank.

Die Gemeinde will die Immobilie an der Bahnhofstraße zurückkaufen, das Areal gehörte einst der Kommune. Wie Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) dem LT sagte, war das Grundstück Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre in der Amtszeit von Bürgermeister Josef Clemens an die Bank veräußert und das Gebäude im selben Stil wie das gemeindliche Feuerwehrhaus errichtet worden. Rund 1,45 Millionen Euro an Ausgaben sind dafür in den Haushalt eingestellt. Die Finanzlage in Utting ist jedoch angespannt, der Haushaltsentwurf rechnet trotz einer Entnahme aus den Rücklagen von 2,2 Millionen Euro mit einer Neuverschuldung von 1,3 Millionen Euro, wenn alle Investitionen getätigt werden. Das Gremium beschloss deshalb, am Donnerstagabend den Satzungsbeschluss für den Haushalt zu vertagen, um in den Fraktionen noch weiter beraten zu können.

Die Investitionen wurden jedoch in der Sitzung diskutiert. Zu einem der großen Posten zählt die Ausgabe für die Immobilie an der Bahnhofstraße, die quer durch die Gruppierungen unterschiedlich beurteilt wurde. In Klausursitzungen hatte sich der Gemeinderat zuvor mit drei Varianten für ein neues Rathaus beschäftigt: dem Ausbau des bisherigen Gebäudes, einem Neubau auf dem bisherigen Grundstück, sowie dem Kauf des VR-Gebäudes. Letztere Variante wurde favorisiert und Bürgermeister Lutzenberger beauftragt, zu verhandeln. Margit Gottschalk (CSU) befand, dass sich die Gemeinde „so ein Schnäppchen in dieser Lage“ nicht entgehen lassen dürfe. Beim Summerpark habe es anfangs auch Stimmen gegen den Kauf gegeben, sagte sie und forderte, bei dieser Entscheidung auch die Entwicklung der nächsten 20 bis 30 Jahre zu bedenken. Auch Renate Standfest (GAL) will das Grundstück unbedingt für die Gemeinde sichern. Sie erinnerte daran, dass in allen Wahlprogrammen davon die Rede gewesen sei, die Bahnhofstraße zu beleben. Kaufe jemand anders das Gebäude würden dort wahrscheinlich nur Wohnungen entstehen.

Florian Hansch (SPD) führte aus, dass die Kosten für die Auslagerung der Verwaltung bei einem Um- beziehungsweise Neubau auf dem bisherigen Gelände auch noch nicht angesetzt seien. Vielleicht sei der Kauf und Umbau nicht die kostengünstigste Variante, meinte wiederum Andreas Streicher (CSU). Für ihn zählt jedoch, dass ein Gegenwert dahinter steht. Angesprochen wurde in der Diskussion auch, dass die Gemeinde zusätzlich noch das derzeitige Rathausgrundstück bleibt. Es ist jedoch nach Einschätzung des Landratsamtes Außenbereich.

Peter Noll (GAL) bewertete den Standort zwar als gut, hielt die Sache aber nicht für finanzierbar. Und Sabine Kaiser (GAL) führte aus – sich auf die Einschätzung ihres Vaters, eines Bauunternehmers berufend –, dass die Umbaukosten sicherlich über 1,5 Millionen Euro liegen würden. Auch Matthias Hornsteiner (LW) und sein Fraktionskollege Florian Hoffmann warnten vor der Investition. „Wenn ich kein Geld habe, kann ich mir auch kein Schnäppchen kaufen“, meinte Hoffmann. Mit einer Mehrheit von 10:6 Stimmen wurde jedoch beschlossen, den Ansatz von 1,45 Millionen Euro im Haushalt zu belassen. Auch die 900000 Euro für den Umbau bleiben im Finanzplan.

 

Quelle: LT 28.3.2015

 



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