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18.06.18 19:06 Alter: 174 Tage

Kreisbote: Bericht zur Verleihung des Familienlöwen durch Ilse Aigner

CSU zeichnet familienfreundliche Unternehmen im Landkreis Landsberg aus – Finale wie bei einer Oscar-Verleihung

Ministerin Ilse Aigner lobt Landsberger "Familienlöwen"

 

 

Dießen – Während die CSU im fernen Berlin für Gewitter­donner sorgte, herrschte im beschaulichen Dießen eitel Sonnenschein. Dank der „Charmeherrin“ Ilse Aigner (Thomas Goppel), die zur Preisverleihung des „Familien­löwen“ an den Ammersee gekommen war. Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin und Staatministerin für Wohnen, Bau und Verkehr (CSU) hatte ihr Versprechen gehalten, das sie noch als Wirtschaftsministerin ihrem Landtagskollegen Alex Dorow und CSU-Kreisgeschäftsführer Rainer Jünger gegeben hatte. Nämlich zusammen mit SKH Luitpold Prinz von Bayern besonders familienfreundliche Unternehmen aus dem Landkreis Landsberg auszuzeichnen.

Die Grundidee dieses Preises, der künftig alle zwei Jahre vom CSU-Kreisverband Landsberg ausgelobt wird, ist so simpel wie plakativ: Wie bekommen Mütter und Väter Beruf, Karriere und Familie unter einen Hut, ohne dass ein Part darunter leiden muss? Die Lösung bieten Arbeitnehmer, die die Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft würdigen und sie entsprechend unterstützen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und je nach Branche und Unternehmensgröße auch sehr unterschiedlich. Dieses freiwillige Engagement wird in Stadt und Landkreis Landsberg in vielen Firmen gelebt, angefangen vom Handwerksbetrieb bis zu mittleren und überregional tätigen Großunternehmen.

Der CSU-Kreisverband unter der Federführung von Alex Dorow und Rainer Jünger hatte heuer erstmals Gewerbetreibende und Firmen eingeladen, diesen Einsatz für ihre Mitarbeiter und deren Familien öffentlich zu machen. Eine 30-köpfige Jury mit Vertretern aus Politik, Verbänden, Organisationen, Handel und Gewerbe hat alle Einreichungen auf Herz und Nieren geprüft und für drei Kategorien jeweils drei beziehungsweise fünf Firmen für das Finale nominiert. Der KREISBOTE präsentierte danach die Finalisten in mehreren Ausgaben.

Für dieses Finale mit spannender Preisverleihung hatten Tobias und Magnus Schürer den Ausstellungsraum ihres VW-Auto­hauses in Dießen geräumt und in eine ungewöhnliche Eventlocation umgewandelt. Neben den nominierten Firmen war auch die Lokalpolitik zahlreich vertreten, angefangen von Landrat Thomas Eichinger und seinem Stellvertreter Peter Ditsch bis hin zu Dießens Bürger­meister Herbert Kirsch und seinem Vize Peter Fastl.

Sowohl Alex Dorow als fünffacher und Rainer Jünger als dreifacher Familienvater betonten in ihren Grußworten die Wichtigkeit eines funktionierenden Familienlebens in Einklang mit dem Beruf. Es sei absolut lobens- und auszeichnungswert, wenn Mütter bei plötzlicher Krankheit eines Kindes spontan frei bekämen, Mitarbeiter in der „Väterzeit“ vom Homeoffice aus arbei­ten könnten, wenn man in den Ferien die Kids in die Firma mitbringen darf und überhaupt flexi­bel sei, was die Arbeitszeiten betrifft.
Vorbildliche Idee

Ministerin Ilse Aigner, die selbst aus einem Elektrobetrieb mit 20 Angestellten kommt, lobte die Idee des „Familienlöwen“ über den Klee und hoffte auf Nachahmung in anderen Regionen. Mitarbeiter von familienfreundlichen Unternehmen würden eine besondere Bindung und Treue zur Firma entwickeln. Bei unserem Fachkräftemangel sei dies nicht zu unterschätzen, betonte sie. Eine Umfrage habe ergeben, dass für neun von zehn Mitarbeitern Familienfreundlichkeit gleich gewichtig sei mit einer guten Entlohnung. Auch die Bayerische Staatsregierung habe sich der Förderung der Familien verschrieben mit dem neuen Familiengeld ab 1. September von 250 bzw. 300 Euro ab dem dritten Kind. Und bis 2020 wolle man 30.000 neue Kindergarten- und 10.000 neue Hortplätze zur Verfügung stellen.

Luitpold Prinz von Bayern, selbst Chef eines Familienunter­nehmens, fand es bemerkenswert, dass Firmen diesmal mal keine Prügelknaben seien, sondern für ihr Familienengagement gelobt würden. Die Idee des „Familienlöwen“ fand er exzellent und hoffte auf viele Nachahmer, da man so gute Mitarbeiter langfristig binden könne. Das unterstrich auch Tobias Schürer, mit 44 Angestellten und 821 verkauften Autos im letzten Jahr einer der erfolgreichsten VW-Händler in Südbayern. Landtagsurgestein Thomas Goppel schloss sich den Lobreden an und pries die Fami­lienfreundlichkeit von Unternehmen als notwendig und absolut sinnvoll.
Im Oscar-Format

Spannend wie bei den Oscars lief die Preisverleihung ab. Initiator Rainer Jünger stellte jeweils die Nominierten in den drei Kategorien vor und Alex Dorow öffnete mit „and the winner is…“ die Umschläge. Ilse Aigner und Luitpold Prinz von Bayern gratulierten und überreichten die Plaketten an die jubelnden Sieger.

In der Kategorie 1 (bis 10 Mitarbeiter) nahmen Roxana und Thomas Werneburg für die Finninger Werneburg Parksysteme GmbH den Preis entgegen. Die Firma punktete mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell, das auf familiäre Erfordernisse mit einem Monatszeitkonto abgestimmt wird. Das Büropersonal kann bei Bedarf vom Homeoffice aus arbei­ten. Kindergartengebühren werden übernommen, ebenso die Kosten für einen Familien-Erholungsurlaub. Werneburg ist ein zertifizierter Metallbaubetrieb für die Instandhaltung von hydraulischen und elektrischen Parksystemen und Duplexgara­gen aller Hersteller.

Die Hallinger Genuss Manufaktur GmbH aus Landsberg erhielt den Familienlöwen in der Kategorie 2 bis 100 Mitarbeiter. Karin und Patrick Hallinger praktizieren Gleitzeit, wobei sich die Arbeitszeit nach den Schul- und Kindergartenzeiten der Mitarbeiter richtet. In den Ferien oder wenn der Kiga geschlossen ist, dürfen Kinder mit in die Manufaktur gebracht werden. Während der Schwangerschaft von Mitarbeiterinnen kommt eine Hebamme zur Betreuung in die Firma.

Besonders gelobt wurde, dass eine Mitarbeiterin sechs Monte Pflegezeit für die letzte Lebensphase ihrer Mutter in Anspruch nehmen konnte und ein Mitarbeiter vier Wochen im Hospiz bei seinem Vater vor Ort sein konnte – und das bei vollem Gehalt. Und jene Mitarbeiter, die ehrenamtlich tätig sind, werden für entsprechende Veranstaltungen freigestellt. Das Familienunternehmen wurde erst vor fünf Jahren gegründet. Es beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und bildet in vier verschiedenen Berufen derzeit neun Azubis aus. Bei den Hallingers gibt es Schokolade, Kaffee, Tee, Sekt, Gewürze und Konditoreiwaren.

Preisträger in der Kategorie 3 mit über 100 Mitarbeitern wurde das Landsberger Werk der Iwis Motorsysteme GmbH & Co. KG. Die Jury lobte hier im Angestelltenbereich die Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit sowie eine Vertrauensarbeitszeit im Homeoffice. Schichtarbeit wird mit Rücksicht auf die Familie eingeteilt und es gibt Sport- und Gesundheitsveranstaltungen für die ganze Familie. Im Münchener Werk gibt es bereits eine Betriebskinderkrippe und einen -kindergarten namens „Kinderkette“. Das sei auch für Landsberg möglich, so Inhaber Johannes Winklhofer, wenn eine bestimmte Kindergrenze bei den Mitarbeitern erreicht werde. Iwis ist Hersteller von Präzisionsketten und mechanischer Antriebstechnik für die Automobilindustrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau.
Selfie mit Ilse

Nach dem offiziellen Familien­löwen-Teil wurde gebührend gefeiert und geplauscht, wobei sich Ministerin Ilse Aigner und Luitpold Prinz von Bayern als sehr leutselig zeigten. Sie standen geduldig bereit für unzählige Selfies der Nominierten und Sieger. So ein Foto mit der Prominenz macht sich schließlich gut in der Firma.

Quelle: Kreisbote, 18.6.2018
https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/zeichnet-familienfreundliche-unternehmen-landkreis-landsberg-finale-einer-oscar-verleihung-9960933.html



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